23.01.2026
Vor einigen Tagen konnte der Direktor des Weimarer Stadtmuseums ein
seltenes Exponat zur Weimarer Sportgeschichte restauriert
übernehmen. Im Sommer 2025 hatte Frau Waldtraut Risch einen
interessanten Sportpreis ihres Vaters, Paul Uebel (1897 –
1977), an den Sporthistoriker Dr. Hans-Georg Kremer übergeben,
der ihn ans Stadtmuseum vermittelte.
Paul Uebel war ein erfolgreicher Sportler und Funktionär im
Ballspielclub (BC) Vimaria e. V. in der Zeit nach den I. Weltkrieg
(1914-1918). Besonders in der Leichtathletik hatte er einige Preise
gewonnen u. a. ein vom Großherzog Wilhelm Ernst gestifteten
Pokal für den Vereinsmeister im Mehrkampf. Zum Pokalmehrkampf
gehörten ein 200m-Lauf, Kugelstoßen und Weitsprung.
Der Oberweimarer Paul Uebel konnten den 1912 gestifteten Pokal
insgesamt vier davon drei Mal hintereinander (1924-1926) gewinnen und
daher behalten.
Beim Pokal handelt es sich um eine doppelwandige große
Glasbowle mit versilberten Messingbeschlägen. Die Form ist
für die Zeit um 1912 relativ modern und erinnert im weitesten
Sinnen an den damals in Weimar lebenden Architekten und Designer Henry
van de Velde (1863–1957). Der Hersteller ist leider noch
nicht ermittelt worden.
Der Verein „Freunde und Förderer des Stadtmuseums im
Bertuchhaus e. V.“ übernahm die Kosten für
die fachmännische Restaurierung durch den Erfurter
Metallrestaurator Thomas Wurm. Der Vereinsvorsitzende Prof. Dr.
Christian Hecht konnte vorige Woche am Rande der Vorstellung der
neuesten Ausgabe der „Beiträge zur Weimarer
Geschichte“ den restaurierten Pokal an den Museumsdirektor
Dr. Alf Rößner übergeben.
Das seltene Stück ist bis jetzt der einzige von mehr als zehn
Pokalen oder Preisen, die der Großherzog Wilhelm Ernst oder
seine zweite Ehefrau Feodora für Turn- und
Sportveranstaltungen in der Region gestiftet haben, der
überliefert ist.
Hans-Georg Kremer

Dr. Alf
Rößner (rechts) übernimmt den restaurierten
Pokal des Großherzogs von Prof. Christian Hecht.
Foto H. Kremer
