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Beitrag zur Weimarer Sportgeschichte: Wintersport in Weimar

11.02.2026

Die Jahreszeit und die Außentemperaturen wären eigentlich geeignet, um sich dem Wintersport zu widmen, der in der Weimarer Sportgeschichte allerdings kaum eine Rolle spielt. Die bisher früheste Notiz zu diesem Thema, die in Veröffentlichungen gefunden wurde, hängt interessanter Weise mit dem Rennsteig zusammen.

Ende Januar 1907 wurde der Versuch gestartet nach dem Beispiel der seit 1896 durchgeführten „Großen Runst“, eine gemeinsame Wanderung über den gesamten Rennsteig (168,3km) in fünf Tagen, als erste Ski-Runst, zu absolvieren. Teilnehmer waren der Kunstmaler Paul Staerck der seinen Lebensmittelpunkt in Weimar hatte und der Erfurter Fotograf Rudolph. Sie kamen bis Brennersgrün, wo ein Schneesturm und umgestürzte Bäume das Weiterlaufen verhinderten. Paul Staerck schilderte seine Erlebnisse dabei in einem Artikel in dem Korrespondenzblatt der „Deutschen Alpenzeitung“ für den Wintersport wie folgt: „…diese Tour, welche man als sportlich-touristische Leistung ersten Ranges bezeichnen darf,… war acht Tage lang. Es haben sich die zwei unerschrockenen Skiläufer durch die, in jenen Tagen wütenden Schneestürme und die Einsamkeit des Thüringer Waldes unter Mühsalen und Entbehrungen hindurchgeschlagen und damit eine Tat vollbracht, die in den Annalen des Rennsteigvereins unauslöschlich eingetragen ist…“ Später annonciert Paul Staerk Markt 7 in Weimar in der Vereinszeitschrift „Mareille“ des „Rennsteigvereins 1896“, dass er „…eine Mappe mit 32 Originalaquarellen vom Rennsteig, gemalt 1907 bei einer achttägigen Rennsteig-Runst, für 300 M anbietet. Außerdem ist er bereit, Bilder in Oel oder als Aquarell nach Postkarten und Fotos vom Rennsteig für den Festpreis von 50 Mark in der Größe von 40 x 60 anzufertigen. Staerk ist berühmt als Rennsteigpionier für seine Rennsteigskifahrt 1907 und als Rennsteiglieddichter.“

In den Weimarer Sportvereinen berichtet der Sportclub (SC) Weimar dann im Jahre 1913, das er im Winter die Anlegung einer neuen Rodelbahn im Gehädrich, die Durchführung von Eishockeyspielen und Skikursen plant. Im gleichen Jahr erfolgte am 31. Oktober die Gründung des Wintersportvereins Weimar im „Sächsischen Hof“. 22 Personen, davon sechs Frauen, waren anwesend. Als Vorsitzender wurde der Baurat Ehrhardt gewählt. Dieser Verein konnte zum Winterbeginn 1923 die Einweihung der Skihütte Nährtal-Pürschhaus bekanntgeben. Im November 1924 gab der Wintersportverein bekannt, dass er Trockenskikurse organisiert und am 27.11. vom 2. Vorsitzenden des Thüringer Wintersortvereins ein Vortrag mit 100 Lichtbildern über Skitechnik und Skiwandern gehalten wird.

Hans-Georg Kremer

Hütte des Weimarer Wintersportvereins
Ein Foto von der Hütte des Weimarer Wintersportvereins aus den 1920er Jahren stammt von Hajo Feistkorn und wurde von Siegfried Schoß gefunden.



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