01.04.2026 | 1. Herren
Beim VfB Oberweimar kommt es zu einer überraschenden
Veränderung im Männerbereich. Das Trainerteam der
ersten Männermannschaft hat die aktuell spielfreie Zeit
genutzt und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern
zurück. Wie der Verein mitteilt, sei diese Entscheidung das
Ergebnis intensiver Gespräche und einer ausführlichen
Analyse der sportlichen Situation, insbesondere der zuletzt zu vielen
Gegentore.
Das Trainerteam um Tobias Dübler, Philippe Durand und Michael
Wenk äußerte sich dabei ungewöhnlich offen
und selbstkritisch. Man habe die Saison sehr intensiv aufgearbeitet und
dabei versucht, „wirklich jeden Stein umzudrehen“.
Im Rahmen der Analyse seien nicht nur Trainingsinhalte, Spielsysteme
und Gegentore ausgewertet worden, sondern auch das gesamte Umfeld der
Mannschaft. Unter anderem habe man die Trainingsbeteiligung in
Abhängigkeit vom Musikgeschmack in der Kabine untersucht
(90er, Ballermann, Deutschrap), den Zusammenhang zwischen Gegentoren
und vergessenen Kabinenschlüsseln analysiert, den
Punkteschnitt abhängig von der Farbe des
Aufwärmshirts ausgewertet sowie die Laufleistung in
Abhängigkeit vom Vorhandensein von Haribos in der Kabine
verglichen. Eine eindeutige statistische Auffälligkeit habe
jedoch nicht festgestellt werden können.
Rückblickend stellte das Trainerteam fest, dass sich einige
Dinge bereits früh in der Saison angedeutet hätten.
In den Vorbereitungsspielen sei man „aufgetreten, als ob es
um nichts geht – was im Nachhinein betrachtet vielleicht
schon ein kleiner Hinweis war“. Zudem habe man feststellen
müssen, dass „einige Spieler im Laufe der Saison
einfach immer älter geworden sind, auch das ließ
sich trotz intensiver Analyse nicht mehr korrigieren“.
Besonders in Erinnerung geblieben sei zudem das Spiel in
Niederoßla, bei dem die Mannschaft „aufgetreten ist
wie eine Auswärtsmannschaft. Und das, obwohl wir
auswärts waren. Das darf so natürlich nicht
passieren“.
Man habe im Saisonverlauf vieles ausprobiert, Systeme angepasst,
Trainingsinhalte verändert, Abläufe umgestellt und
viele Gespräche geführt. „Wir haben
wirklich alles probiert. Wir haben sogar versucht, weniger Gegentore zu
bekommen. Das hat nur nicht immer funktioniert.“
Am Ende sei man gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass die
Mannschaft möglicherweise „einfach mal eine neue
Ansprache, eine neue Stimme und einen neuen Impuls“ brauche.
Bis zum Saisonende wird Malte Hüser die Mannschaft
übergangsweise betreuen. Der Verein zeigte sich dankbar, dass
er sich kurzfristig bereit erklärt hat, die Verantwortung zu
übernehmen.
Parallel dazu beginnt der Verein mit der Suche nach einem neuen Trainer
zur kommenden Saison. Gesucht wird ein Trainer, idealerweise mit
VfB-Oberweimar-Vergangenheit, der den Verein und die Strukturen kennt,
möglichst auch im Nachwuchsbereich tätig war und
eventuell einige der heutigen Spieler noch aus der Jugend kennt. Zudem
sollte der neue Trainer höherklassig Erfahrungen gesammelt
haben, mindestens drei Jahre im Männerbereich tätig
gewesen sein und bereits vier bis fünf Mannschaften betreut
haben. „Es wäre natürlich eine
schöne Geschichte, wenn es jemand ist, der den VfB kennt und
vielleicht schon lange mit dem Verein verbunden war“,
heißt es aus dem Umfeld.
Ganz verabschieden wird sich das bisherige Trainerteam jedoch nicht vom
Verein. Man bleibe dem VfB Oberweimar erhalten, „nur eben
künftig auf der anderen Seite der Seitenlinie“. Dort
habe man ohnehin schon länger einmal stehen wollen.
„Wir wollten die Spiele schon immer mal pöbelnd und
biertrinkend begleiten. Jetzt haben wir endlich eine offizielle
Begründung. Außerdem wollten wir schon immer mal
nach dem Spiel sagen können: Von außen sieht man das
alles viel besser.“
