05.05.2026
Mitte April ist das Ehrenmitglied des „GutsMuths
Rennsteiglaufvereins“ Paul Krebs im Alter von 84 Jahren
verstorben. Der 1941 in Groß-Leschienen/Masuren geborene Paul
Krebs, war bereits kurz nach der Gründung des
GutsMuths-Rennsteiglaufvereins 1990 zum Ehrenmitglied ernannt worden.
Diese Ehre kam allen Gesamtsiegern der „Kurzen“ und
der „Langen“ Strecke des Rennsteiglaufs zu. Bis zur
Einführung des Halbmarathons wurde dieser Vereinsbeschluss
eingehalten. Dann wurde diese Regelung aus Kostengründen
aufgegeben. Paul Krebs, der in den 1960 und 70er Jahren einer der
profiliertesten Langstreckenläufer der DDR gewesen ist,
startete nach Dietmars Knies wertvollem Buch, „Alle
Rennsteiglaufsieger von 1973 – 2010 in Wort und Bild
vorgestellt“, insgesamt sechsmal, davon einmal den
Supermarathon und fünf Mal die kurze Strecke beim
Rennsteiglauf. In der Statistiksammlung der Deutschen
Ultramarathonvereinigung (DUV) wurden zwei Läufe gewertet:
1977 die 75km Strecke, für die er mit 5:49:40 Platz 14 belegte
und 1980 als die kurze Strecke mit über 45km in die Wertung
des DUV kam und Paul Krebs mit 2:57:07 h Platz drei bei den
Männern belegte. 1978 und 1979 gewann Paul Krebs die damalige
„Kurze Strecke“, die nicht in die Zählung
der DUV kam, da sie unter 45km lang war.
Der in Potsdam lebende gelernte Maurer Paul Krebs war nach den
biografischen Angaben des Leichtathletikhistorikers Klaus Amrhein als
Offizier der NVA, später Sportinstrukteur und Stadionwart in
Potsdam tätig. Seine sportliche Laufbahn begann beim ASK
(Armeesportklub) Vorwärts Berlin (1963-65), gefolgt beim ASK
Vorwärts Potsdam (1966-71) und zuletzt bei der BSG
(Betriebssportgemeinschaft) Lok Potsdam.
Seine Marathonbestzeit war 2:16:14,4 h und er lief die 10.000 m in
29:07,0 min. Im Jahre 1968 wurde er DDR-Meister im Marathon, 1969
belegte er Platz zwei und 1971 wurde er Dritter. Über 10.000 m
erkämpfte er 1967 ebenfalls den Meistertitel. Zudem bestritt
Paul Krebs zwischen 1965 und 1969 insgesamt sechs
Länderkämpfe für die DDR. Bei den
„Kleinen Meisterschaften der DDR“ sowie den
DDR-Meisterschaften der Alterssportler holte gewann er nach seiner
leistungssportlichen Karriere zahlreiche Medaillen.
Aus dem Buch von Dietmar Knies nachfolgend eine Fragen und Antworten
zum Rennsteiglauf wörtlich übernommen:
Was hat Dich seinerzeit bewegt, am Rennsteiglauf
teilzunehmen?
P. K.: Alle Läufer, die ich kennen gelernt habe, waren vom
Rennsteiglauf begeistert. Deshalb wollte ich diesem Phänomen
auch begegnen.
Wie intensiv hast Du Dich auf den Rennsteiglauf im Jahr des Sieges
vorbereitet?
P. K. Meine Vorbereitung begann vier Wochen vor dem Lauf mit 100 km pro
Woche und am Wochenende bis zu zwei Wettkämpfen über
20 km und 25 km. Die Dauerläufe bewegten sich indes zwischen
10 km und 15 km.
Was haben Dir die Siege auf dem Rennsteig damals bedeutet?
P. K. Bei den Volksläufen war der Rennsteiglauf der
Höhepunkt im Jahr. Als Einordnung in die persönliche
Erfolgsbilanz steht er nach den Deutschen Meisterschaften an zweiter
Stelle.
Hättest Du Dir einen Sieg auch auf einer anderen Strecke auf
dem Rennsteig vorstellen können?
P. K. Die lange Strecke hätte ich nie gewinnen
können. Die Vorbereitung dafür wäre zu
groß und zu aufwändig gewesen.
Bist Du heute (2010) noch aktiv?
P. K. Bis zum Jahre 2006 war ich im Volkssport noch aktiv. Aber seit
2007 kann ich auf Grund einer Erkrankung keine Wettkämpfe mehr
bestreiten. Es ist manchmal schon schwer, damit klar zu kommen, denn
das Laufen war mein Lebensinhalt. Aber die Erkrankung bringt die
Einsicht und ich bin froh, noch auf der Welt zu sein.
Was ist für Dich, unabhängig von Deinem Sieg, die
eigentliche „Faszination Rennsteig“?
P. K. Das Phänomen der Natur und der gesamten Landschaft ist
einladend. Und es ist ein großartiges Gefühl, zur
„Massenbewegung Läufer“ dazu zu
gehören.
Paul Krebs bleibt durch die ewige Bestenliste und den Gedenkstein am
Ziel in Schmiedefeld für immer im Gedächtnis der
Rennsteiglauf-Familie.

Paul Krebs beim
Zieleinlauf 1978 (Fotosammlung D. Knies)
Hans-Georg Kremer
